Trybol-Minder und Finma-Chef Haltiner präsentieren Scheinlösungen
 

Scheinlösungen

Abzocker sind in aller Munde. Kein Wunder! Es ist schlicht ungerecht, dass wenige Manager Millionen abzocken, während die Löhne aller anderen stagnieren. Trotz den vielen Vorschlägen die im Raum stehen, ist die 1:12-Initiative aber bisher die einzige ernst zu nehmende Antwort.

Denn andere bieten bloss Scheinlösungen. Allen voran die Minder-Initiative. Der Schaffhauser KMUler Thomas Minder möchte den Aktionär/innen mehr Macht geben und sie über die Löhne der Manager abstimmen lassen. Das ist zwar gut gemeint, löst das Problem nicht.

Denn die Leitragenden der Abzocker-Manager, sind nicht die Aktionäre, sondern alle anderen Arbeitnehmer/innen. Sie bekommen weniger, weil sich die Abzocker immer mehr nehmen. Das werden die Aktionär/innen kaum ändern. Vor allem nicht, wenn Grossaktionäre und Chefs von institutionelle Anlegern wie so oft Stimmmehrheiten haben. Denn sie gehören meist zu den gleichen Machtnetzwerken, wie ihre Abzocker-Kollegen.

Genauso untauglich Abzocker zu stoppen, ist das Vorhaben des Schweizer Finanzmarkt-Regulierers Finma. Sie will die Fehlanreize ausmerzen, indem Banken und Versicherer verpflichten werden Boni transparenter und nur noch am langfristigen Gewinn auszuzahlen. Was Anreize leicht verschiebt, verhindert noch lange nicht die Umverteilung von unten nach oben. Das vermag einzig und alleine die 1:12-Initiative: Sie stoppt Abzocker-Manager, damit die Löhne aller wieder steigen.

Kommentare

Die GV ist käuflich

Wie es an Aktionärsversammlungen abläuft ist ja allgemein bekannt. Die Lohndebatte wird mit dem Hinweis auf die super Performance und die Eigenkapitalrendite von x% beendet. Den Mehrheiten in der GV ist es jeweils egal, wieviel die Geschäftsleitung verdient und ob die Rendite auf dem Buckel derer erwirtschaftet wurde die sich kein Aktienportfolio leisten können.

Nicht käuflich, manchmal naiv - aber sie sind Eigentümer

Das ist doch der grosse Unterschied! Herr Lanz - glauben Sie was Sie sagen? ...auf dem Buckel derer...? Glauben Sie denn, fremdes Eigentum "verteilen" zu müssen? Ist das gerecht? Glauben Sie denn, dass eine kleine Minderheit die Mehrheit "ausnimmt"? Wollen denn nicht auch Sie mehr haben vom Kuchen... und wenn Sie gut und gefragt sind und Mehrwert mit Ihrer Leistung erschaffen... sie mir 50 Mio mit Ihrer Leistung erbringen und ich Ihnen davon 5 Millionen abgebe... dann nehmen Sie nicht an oder fordern von mir, dass die Putzfrau 400000 verdienen soll? Glauben Sie denn im Ernst, dass Sie das tun werden? Mal ehrlich Herr Lanz.... wenn Sie wirklich gut wären....

Es gibt mehr als nur Gewinnmaximierung

Selbstverständlich glaube ich was ich sage! Es geht nicht um fremdes Eigentum. Es wird ja nicht die ganze Firma "verteilt". Ein Unternehmen dient eigentlich nur einem Zweck: Dem Befriedigen von Kundenbedürfnissen. Dazu sind zwei Dinge nötig (je nach Firma in unterschiedlichen Ausmass) Arbeit und Kapital. Mit dem erzielten Ertrag werden diese entschädigt. Nun ist die Ansicht, dass das höchste Ziel einer Firma die Gewinnmaximierung ist, relativ weit verbreitet. Die Juso ist da anderer Meinung. Wenn beispielsweise der Gewinn mit Massenentlassungen maximiert wird ist das gesellschaftlich verantwortungslos. Wenn ich in einer Firma arbeiten würde, in der nur ich und ein zweiter Mitarbeiter / Mitarbeiterin arbeiten würde, würde ich natürlich dafür sorgen, dass die beiden Löhne in diesem Verhältnis sind. Das ist allerdings ein relativ abstraktes Beispiel.

Der 1 und 2 Stand der Moderne

Können die doch gleich so gut mit Argumenten kommen wie: wir haben blaues blut, darum haben wir anspruch auf löhne die im vergleich zu den einfachen arbeitern von welten getrennt sind! diese kapitalisten, ich weiss nicht wie sie dabei noch lächeln können...