Aktion der JUSO Bern, um Abzocker-Löhne im Vergleich zu den Mindestlöhnen mit Weihnachtsbäumen, greifbar zu machen.
 

Kuchen gerechter verteilen!

2009 ist die Krise definitiv in der Realwirtschaft angekommen. Das zeigt die steigende Arbeitslosigkeit. Wer nun aber denkt, dass die Ursachen der Krise umso entschlossener angegangen werden, irrt.

In der Schweiz bremst die bürgerliche und von den Banken gekaufte Parlamentsmehrheit alle griffigen Massnahmen, um die Finanzindustrie an die Kandare zu nehmen. Dafür will sie in gewohnter neoliberaler Manier, die Post gänzlich privatisieren oder beim Schutz der Jugendlichen vor Arbeitslosigkeit kürzen. Auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma knickte auf Druck der Banken-Lobby ein. Anstatt die Boni-Ritter und Hoch-Risiko-Geschäftspraktiken einzuschränken, präsentierte sie ein zahnloses Rundschreiben.

Einziger Trost: Die Schweiz steht nicht alleine da. Auch international sind notwendige Reformen auf Grund der wieder erstarkten Finanzindustrie blockiert. Nur England hatte bisher den Mut mit einer Boni-Steuer, die Banker wenigstens für den von ihnen angerichteten Schaden zur Kasse zu bitten. Allerdings wird auch die Steuer das Abzocker-Problem nicht längerfristig lösen. Sie ist nur auf ein halbes Jahr befristet.

Aber auch wenn der politische Willen da wäre, etwas zu ändern, greifen die meisten Vorschläge oftmals zu kurz. Die aktuelle Krise ist nicht bloss ein Problem der corporate governance oder Eigenmittel-Vorschriften. Die Krise greift tiefer.

Der deutsche Ökonom Heiner Flasbeck weist darauf hin, dass sich wegen Lohndumping seit Jahren immer mehr Geld in den Händen weniger konzentriert. Das wiederum lässt die Konsumnachfrage weg brechen und zwingt immer mehr Kapital Rendite auf den Finanzmärkten zu erzielen - was massgeblich zur Blasenbildung und damit zur Krise führte.

Das sich die Top-Manager und Kapitalbesitzende auf Kosten aller anderen, immer mehr vom Kuchen nehmen, ist also nicht nur ungerecht, sondern Mitauslöser der Krise. Wollen wir künftige Krisen bekämpfen, müssen wir bei der ungleichen Verteilung des Reichtums ansetzen.

Mit der 1:12-Initiative tun wir genau das. Wir verhindern, dass die Manager auf Grund ihrer Machtposition immer mehr abzocken. Damit machen wir nicht nur Schluss mit den Fehlanreizen für risikoreiche Geschäften. Wir sorgen auch dafür, dass die Löhne aller anderen Arbeitnehmer/innen wieder steigen und damit wieder was vom Kuchen sehen.

An dieser Stelle deshalb ein herzliches Dankeschön an alle, die sich in irgendeiner Form für die 1:12-Initiative eingesetzt haben! Wenn wir 2010 so weiter machen wie in diesem Jahr, kann das Volk bald nicht nur über gerechte Löhne entscheiden, sondern endlich auch eine Antwort auf die Krise zu geben, die diesen Namen verdient.

Kommentare

Wir müssen die Ursache Arbeitslosigkeit angehen !

Der Abwärtstrend in den Industrienationen geht weiter ! Das fehlende Geld der Bürger lässt den Umsatz und die Gewinne der Unternehmen sinken. Nur über die massive Verschuldung versuchen die Wirtschaftsnationen ihren Wohlstand zu halten. Wo die Reise hingehen kann zeigt uns Japan. Wir sollten rechtzeitig die Notbremse ziehen bevor wir uns noch weiter verschulden. Das unser Wirtschaftssystem nicht mehr rund läuft sehen wir an unseren Arbeitslosen und unsere Verschuldung. Denn uns müsste es eigentlich immer besser gehen ! Wir können mit immer weniger Aufwand immer mehr produzieren! Es ist kein Naturgesetz das es uns immer schlechter gehen muss. Wir müssen nur endlich die Ursache angehen ! Mehr dazu http://www.arbeitslosigkeit-besiegen.de

@pachen wir an

Leider ist die Analyse auf der Seite oberflächlich und schlecht. Das kapitalistische Wirtschaftsystem funktioniert nicht, weil durch Überproduktion (zu vielen Waren auf dem Markt) eine Überproduktionskrise etsteht. Dies passiert, weil die die privaten Unternehmen nicht die volkswirtschaftlich sinvolle Menge produzieren, sondern die Mengen, die die am meisten Profit abwirft. Daraus lässt sich ableiten, dass der privat Besitzt der Unternehmen, die durch einezle Intresse ihrer Besitzer und nicht von der Mehrheit der Bevölkerung gesteuert werden, die Hauptursache für das Elend sind! (Tipp: Marx lesen!)

nun ja..

na ja, es ist auch nicht besonders einfach, alles genau und für jedermann verständlich auf eine internetseite zu packen. und leider liegt es auch nicht nur an der überproduktion, das ist bloss der simple aspekt des ganzen. marx hat sehr gute ansätze geboten - es braucht aber für den neoliberalismus eine erweiterte krisentheorie, die den zwiespalt zwischen mehrwert, d.h. menschlicher arbeit, und kapital darlegt. und ich denke, dass die juso nicht nur marx kennt und gelesen hat, sondern auch weitere formen von analysen kennt.

Glaubt Ihr wirklich an dieses

Glaubt Ihr wirklich an dieses ganze Zeug?