Renten kürzen um den Versicherungen fette Gewinne zu ermöglichen? Am 7. März stimmen wir darüber ab.
 

Filz und Korruption

Das neue Jahr beginnt wie das alte. Zumindest, was den Filz im Berner Polittheater angeht. Gleich zweimal wurde uns vergangene Woche wieder vor Augen geführt, wer in diesem Land wirklich die Macht hat.

Einerseits hat da das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Herausgabe von Bankkundendaten an die USA widerrechtlich war. Das ginge ja noch. Zwei Dinge aber lassen mir die Haare zu berge stehen: Eugen Haltiner, Finma-Präsident, hat doch tatsächlich die Freiheit, zu sagen, das Urteil sei ihm egal, er würde es wieder genau so machen und Bundesrat Merz hat offensichtlich gewusst, dass die Geschichte nicht sauber ist! Aber auf Druck seiner Kumpels bei der UBS hat er dann halt Loyalitäten vor Recht gestellt. In jedem anständigen Land müsste Haltiner sofort zurück treten und gegen Merz würde ein Verfahren wegen Korruption und Vetternwirtschaft eröffnet.

Andererseits haben die Wirtschaftsverbände ihre mit mindestens 10 Millionen dotierte Kampagne für Rentenkürzungen in der 2. Säule lanciert (wir stimmen am 7. März über die Senkung des so genannten Umwandlungssatzes ab). Bürgerliche Kreise und Versicherer argumentieren damit, wir müssten die Renten der gestiegenen Lebenserwartung und den gesunkenen Renditeerwartungen anpassen. Beides ist schlicht gelogen. Der Umwandlungssatze wurde der gestiegen Lebenserwartung bereits 2003 angepasst und die durchschnittliche Rendite der Pensionskassen lag seit 1985 im bei Schnitt 6.25% jährlich - das reicht längstens zur Deckung. Sogar 2008 haben über die Hälfte der Pensionskassen noch satte Gewinne geschrieben ! In Wirklichkeit geht es um etwas anderes: Mit einer Senkung der Renten sollen die Gewinne der Versicherungen gesichert und gleichzeitig die 2. Säule schlecht gemacht werden. Wenn die Renten dort nämlich sinken, kann man den Leuten einfacher private Lebensversicherungen andrehen.

2010 hat begonnen, die rechte Vetterliwirtschaft und Abzockerei geht weiter - schöne Aussichten.

Kolumne im Originalzusammehang auf der Webseite news1.ch

 

Kommentare

Bundesrat und Parlament

Bundesrat und Parlament vertreten die Interessen von Swisslife, Helvetia, Zurich Financial... und wie sie alle heissen. Die Manager dieser Versicherungen wollen noch höhere Boni und noch extremere Löhne einsacken. Zum Glück sitzen soviele Hampelmänner und Hampelfrauen von der CVPFDPSVP-Volksverarschungs-Front in Bern. Die lasen den Managern ihre wünsche von den Lippen ab und senkten den Umwandlungssatz. Folge: Wir alle kriegen einmal weniger Rente! Darum: Am NEIN zum Rentenklau am 7. März! Und JETZT die 1:12-Initiative unterschreiben! Übrigens: Dieser Kassensturz-Beitrag deckt einige der Machenschaften der Versicherungs-Gauner auf: Kassensturz vom 12.01.2010

Kriegen wir nicht weniger

Kriegen wir nicht weniger Rente, weil wir immer mehr und längerlebende Senioren, die AHV wollen und immer weniger Junge haben, welche die Renten durch ihre Arbeitskraft finanzieren müssen? Stichwort Vergreisung der Schweiz aufgrund zu niedriger Geburtsraten? Und ist es nicht auch in eurem Interesse, dass Bern sich um die Wirtschaft der Schweiz kümmert? Denn alleine der Finanzsektor finanziert jeden sechsten Steuerfranken in der Schweiz. Steuern zur Finanzierung des Sozialstaates. Noch was zu den bösen Managern der Pensionskassen. Wärt ihr bereit die Verantwortung für die Sicherstellung der Renten zu übernehmen und zu garantieren, dass auch in fünfzig Jahren Leute noch AHV kriegen? Nein? Dann wisst ihr jetzt, warum diese Leute so viel verdienen. Denn dieser Job möchte eigentlich niemand freiwillig übernehmen. Deshalb müssen sie besonders gut entlöhnt werden. Dies gilt auch für die Banken, an denen die komplette Wirtschaft des Landes mit allen Löhnen, Familien und Arbeitnehmern hängt - und letztendlich auch der Sozialstaat. Deshalb haben die Banken so viel Macht in Bern. Denn ohne die Banken (welche ihre Tätigkeit und ihr Steuerpotenzial auch ins Ausland verlagern können) gäbe es keinen Sozialstaat und somit keine gewählten Politiker mehr. Das sind für euch vielleicht etwas unangenehme Tatsachen. Tut euch deshalb auch keinen Zwang an, wenn ihr diesen Beitrag löschen wollt - ich verstehe euch. Politisch inkorrekte Grüsse, Manifold

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

...Es ist der Erlkönig der nur neoliberale Phrasen spinnt. 1. In der 2. Säule müssen nicht die heute arbeitenden die Rente der RentnerInnen übernehmen (tja, das ist zwar eher Teil des Problems, aber auf jeden Fall zeigt dein Argument, dass du nur irgendwelches blabla von dir gibst und keine Ahnung hast. Aber ein paar Franz-Jäger-HSG-Sätzchen auswendig lernen, kann ja jeder Vollidiot) 2. Unser Interesse ist, dass die Wirtschaft für die Menschen da ist und ihnen mehr Wohlstand schafft. Die Wirtschaft soll weder Selbstzweck noch Bereicherungsinstrument für ein paar Bonzen sein... 3. Ohhh mir kommen ja die Tränen, wie du das tragische Schicksal der ManagerInnen schilderst. Mal ganz davon abgesehen, dass wir in der letzten Zeit ja feststellen mussten, wie stark diese bereit sind Verantwortung zu übernehmen: Die Manager sind nur ein Teil des Problems. Das ganze System führt zu diesem Blödsinn (Pensionskassen die nur Dividende ausschütten wollen, statt den RentnerInnen die Rente zu garantieren)

Bingo!

Bingo! Mehr gibts da nicht zu sagen. Wieviel bezahlt eigentlich economiesuisse ihren BlogschreiberInnen pro Beitrag?

Da sieht man mal wieder wie

Da sieht man mal wieder wie die Politik die Dinge verdreht und die Leute glaubens auch noch. Ihr alle bekommt mal weniger!!!! Wieso kapieren das die Leute nicht endlich? Es ist echt traurig.