91 Mio. für einen Menschen

Brady Dougan, der Chef der CreditSuisse hats geschafft. Er ist der neue Spitzenreiter in der Schweizer Lohnolympiade. Zu seinem Grundsalär von an sich schon unglaublichen 20 Millionen kommen nochmals 71 Millionen Boni. In einem Jahr. Eine Zahl, die man sich eigentlich nicht vorstellen kann.

Darum erklären wir hier, was dies heisst:

 

Kommentare

Lohnunterschiede...

Irgend wann wird diese Laier ausgescherbelt sein. Weshalb regen Sie sich nicht ebenso auf über exzessive Einkommen im Spitzensport oder im Show-Biz? Geld kann man schliesslich nicht essen, d.h. es kann bloss reinvestiert werden. Geld bringt dem Besitzer wohl "Macht" und "Einfluss", mehr nicht. Sie ziehen vermutlich das kommunistische Prinzip der Aparatschiks vor, die ebenfalls Zugriff zu allen irdischen Gütern hatten - mit dem einzigen Unterschied - dass diese keiner spezifischen Fähigkeiten bedurften...

Lohnunterchiede

Ich unterstütze aktiv die 1:12 - Initiative, wie ich vor 30 Jahren die Banken-Initiative der SP und Erklärung von Bern mitgetragen habe : sie verlangte USA-ähnliche Praktiken, unter anderem die Abschaffung der Steuer-Hinterziehung (dies haben jetzt die USA erreicht !). Mit Folgen : ich war damals Bank-Prokurist, und bin jetzt pensioniert. Wer ist denn "marabu", der wie damals ein Bank-Direktor, mich als Soviet-Kommunist bezeichnete ? Welche Fähigkeiten hat er selber um solche Macht und Einflussnahme durch "Lohnunterschiede" zu rechtfertigen ? Ich würde gerne von Ihm mehr wissen.....

Lohnunterschiede

Marabu - ein früheres Mitglied der SP in den 70er, Radikal-provozierend und weltverbessernd wie einige da drin... Echter Abkömmling der Arbeiterschicht, der sich selbst mit Leistung durchkämpfen musste. Bis der damals idealistische Vogel die wahre Natur des Menschen entdeckte. Wo? Eben in seiner direkten Umgebung. Da lernte er, dass die simple Klassifizierung: "Hier gut - dort böse" schrecklich naiv ist. Und dass schlussendlich Wettbewerb und Leistungsprinzip die einzigen Dinge sind, das "grosse Aquarium" aktiv und lebendig zu erhalten. Humanismus ist tot, er gehört ins vergangene Jahrhundert. J.-J. Rousseau ist schliesslich der Vordenker von Nationalsozialismus und Kommunismus... (Zitat Bertrand Russel)

Ich hoffe, dass ich mir um

Ich hoffe, dass ich mir um das Gelingen der 1:12-Initiative genauso wenig Sorgen machen muss wie damals um die Bankeninitiative (zur Erinnerung: 27% stimmten dafür). Es gibt ja wohl vernünftigere Ansätze. Und, liebe Juso, ist es tatsächlich euer Ernst, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, warum jemand mehr als ein Bundesrat verdienen soll, der sein Gehalt nota bene leistungsunabhängig einstreicht. Soll Leistung nicht mehr belohnt werden können? Nach Einführung der Initiative wäre das nur noch unsinnig eingeschränkt möglich.

Sicherlich!

Natürlich soll sich die Leistung lohnen. Ich würde fast schon behaupten, die JUSO sei mit der SP die einzige Partei, die dafür einsteht, dass sich Arbeit wieder lohnt. Der Neoliberalismus hats dazu gebracht, dass hunderttausende Menschen in der Schweiz zu den working poors gezählt werden, also Menschen, die 100 % arbeiten, aber nicht davon leben können. Der Neoliberalismus brachte und auch dazu, dass wir trotz des wirtschaftlichen Fortschritts in der Industrie wie auch im Handwerk ArbeiterInnen haben, die sich sprichwörtlich zum Tode ackern: Sie erleiden Bandscheibenvorfälle, Lungenprobleme oder nähern sich beispielsweise in der Gastronomie einem Burnout. Gleichzeitig haben wir auch tausende, die jeden Monat mehrere Zehntausend Franken einkassieren, die ein schönes Leben haben, wenig arbeiten müssen. Ich frage mich dann wirklich: In was für einer perversen Wirtschaft leben wir? Und sag mir jetzt nicht, dass das die Realität ist: Nicht umsonst bin ich bei der JUSO, der einzigen Partei, die das Wirtschaftssystem grundlegend ändern will. Zu deiner Frage mit dem Bundesrat: Da hast du was falsch verstanden: Das Argument ist ein Gegenargument auf «Aber die Manager tragen eine grosse Verantwortung!». Unser Argument stellt sich die Frage, ob jemand wirklich eine höhere Verantwortung haben kann als ein Bundesrat.

Der Neoliberalismus, der vom

Der Neoliberalismus, der vom rot-grünen Sumpf dermassen beschmutzt wird, hat auch dazu beigetragen, dass unsere Wirtschaft bis Ende 2008 so florierte. Jetzt sind wir wieder in einer Repression, in einigen Jahren wirds wieder aufwärts gehen. Über die Jahrzehnte hinaus geht es den Leuten mit diesem System immer ein Stück besser. Mein Vater hatte in meinem Alter beispielsweise noch kein Handy, mein Grossvater noch keinen Fernseher. In diesem Sinne bin ich im Hinblick auf die Zeit unserer Nachkommen recht zuversichtlich. Ich will dieses Wirtschaftssystem nicht grundlegen ändern. Nationen, die das getan haben, geht es immer schlechter. Und wegen der Bemerkung über den Bundesrat: Ich bin auch der Meinung, dass man einen Bundesrat in vielen Teilen mit einem Unternehmer vergleichen kann - aber eben nicht in allen. Die Landesregierung ist damit beschäftigt, unsere Steuergelder umzusetzen. Sie ist also keinesfalls darauf bedacht, Arbeitsplätze zu schaffen. So gesehen gibt es sehr wohl Bereiche, wo Unternehmer (vielleicht verwendest du nur noch den Fachterminus "Abzocker") mehr Verantwortung haben. Lass jene den Unternehmern dreinreden, denen die Firma gehört: die Aktionäre.

In anderen Worten: So ein

In anderen Worten: So ein Manager "verdient" sich mit einem Jahr Arbeit die Macht/den Einfluss, ueber mehrere hundert Jahre Arbeit von anderen Leuten zu bestimmen! Wenn man das nicht fuer vernuenftig haelt, ist man ein Kommunist? Erstens, Investitionen sind nicht eigentlich nur dazu da, ein wunderbares Wirtschaftsumfeld fuer alle zu schaffen. Die ganze Investition plus Ertraege davon gehoeren dann immer noch dem Herrn Manager. Sein Geld. Er kann und darf damit Dinge realisieren, die niemandem sonst je noch einmal etwas bringen, auch in der Form einer "Investition". Zweitens, der Manager sollte - streng nach kaptialistischen Ansaetzen - nur seinen Teil an der geleisteten Arbeit erhalten. Sie wollen doch nicht sagen, dass der x-hundert Male mehr in einem Jahr gearbeitet hat? Das kommt selbst mit allenfalls 10 Jahren Universitaetstudium unter Hochdruck nicht annaehernd hin, selbst wenn man ihm noch eine Belohnung geben will, dass er's ueberhaupt gemacht hat (kann nicht jeder leisten und den Willen dazu behalten). Nein, so ein Lohn entspricht nicht der geleisteten Leistung, das ist mit eigentlich unlauteren Tricks gebastelt worden! Trug ist kein gutes Prinzip, auch im ganz normalen Kaptialismus. Drittens, es geht doch nicht drum, den Leuten die Motivation zu nehmen, gut oder besser zu arbeiten (12 Male mehr Lohn als ein anderer Mitarbeiter ist doch sicher schon viel mehr als nur genug Motivation, oder? Die Leute arbeiten ja schon zu un-und Ueberzeiten, wenn man ihnen 50% extra gibt, und sich lange und gut ausbilden tun sie schon fuer den, sagen wir mal, doppelten oder dreifachen Lohn gerne - mit entsprechender Leistungssteigerung fuer die Firma).

Wem gehört ein Unternehmen?

Beim KMU ist die Sache klar. Ein Malergeschäft, ein Kunstatelier, ein kleines Marketingbüro - ein Besitzer, der in der Regel zu 100% haftet. Neben dem rein materiellen Aspekt wird wohl der ideelle, die Verbundenheit zur Tradition des Familienunternehmens, zu den Mitarbeitern (ja, das gibt es sehr häufig!) eine tragende Rolle spielen. Nehmen wir als Gegenbeispiel ein grosses, börsenkotiertes Unternhehmen wie Nestlé, Novartis oder ABB. Wem gehört dieses Unternehmen? Nach unserer bisherigen Auffassung den Aktionären (o.k. je nach ideologischem Standpunkt, wenigsten ideell den Mitarbeitern und der Allgemeinheit ;-)) Aktionäre riskieren mit ihrem Einsatz den Totalverlust, wenn das Unternehmen konkurs geht. Dafür hat er den Anreiz des Kursgewinns, d.h. wenn dem Unternehmen gute Zukunftsperspektiven winken, steigt der Wert der gekauften Anteile. Nun ist es leider so, dass die Globalisierung, vor allem das anglosächsische, neoliberalistische Denken eine neue Kultur mit sich gebracht hat (schleichend seit mindestens 30 Jahren): Der reine Fokus auf schnellen Gewinn. Gab es früher Aktien, die zehn, zwanzig Jahre im Besitz einer Familie waren, so fand leider (?) dank der IT-Technologie das Traden mit Titeln immer mehr Verbreitung. Verstehen Sie, was das bedeutet? Plötzlich gibt es eine nicht unbedeutende Gruppe an "Mitbesitzern", welchen der ursprüngliche Gedanke der "Mitverantwortung" völlig fremd war. Und auch denen ist es egal, ob ein CEO nun Zigmillionen einstreicht, sofern der kurzfristige Kursverlauf stimmt. Und wo stehen "wir"?, die ja auch indirekte Mitbesitzer über unsere Pensionskassen, AHV, 3. Säule, Versicherungen,... sind? Es geht zu weit, ausführlicher in diese komplexe Materie einzudringen. Ich möchte Ihnen nur ein Stichwort geben: Der Faktor Mensch! Sozialisten glaubten und glauben an das "Gute" im Menschen, was immer auch das sei. Ich denke schon, dass sich der Sozialismus realisieren lässt: Auf Kosten der Freiheit des Einzelnen und freier Gemeinschaften. Dinge tun zu dürfen, die Misslingen. Neue Wege beschreiten, die noch keiner gegangen ist. Freiheit schwindet, wenn sie zu "Tode reglementiert, verwaltet und organisiert wird. Wenn "Auserwählte" entscheiden, was für den Menschen gut sein soll. Wenn der Ideologie "Chancengerechtigkeit" (Hiess früher Chancengleichheit) und dem weltweiten, egalitären Wohlstand für alle Menschen auf diesem Globus nachgeträumt wird. Wollen wir diesen Sozialismus? Dann organisieren wir uns eben nach dem Vorbild eines Ameisen- oder Termitenstaates...

Worthülsen

... Haben sie mal über die Relativität der verwendeten Ausdrücke nachgedacht? Arbeit ist nichts Schlechtes an sich, und je grösser die Zahl der materiellen Güter und der erbrachten Dienstleistungen sind, desto produktiver müssen wir Menschen bei verkürzter Arbeitszeit eben sein. Sie sind JUSO. Das ist gut so, war ich auch mal. Aber kennen Sie die Lebensbedingungen von früher? Als Arbeiterkind habe ich erlebt, dass die Butter bloss am Sonntag aufs Brot gestrichen wurde, dass Schokolade ein Geschenk auf Weihnachten war und Ferien in Rimini (War der Hit zu Beginn des ersten Nachkriegsbooms) gabs noch lange nicht! Bitte glauben Sie mir - wir fühlten uns nicht arm. Mein Vater arbeitete bei Bührle (Flugzeugkanonen ;-) auch am Samstagvormittag. Wir spielten im Wald, auf der Strasse mit selbstgebastelten Pfeilen und Bögen oder stellten irgendwelchen Kinderunfug an. Heute haben viele (Fremd/-)Arbeiterkids Playstation und Gameboy, Handy und IPod, Redbull und Markensneakers, aber keine Väter, die sich mit ihnen beschäftigen. Dicke Bierbäuche, Zigaretten und Inter Milan gegen Galatasaray Istambul. Und die Beine auf dem Salontisch... Machen wir's kurz: Was kommt nach dem Eingang ins "Paradies" - Ich meine, wenn Sie den Kapitalismus überwunden haben? Erklären Sie mal, bitte!

Worthülsen

Es kommt mir vor die SP lebt im Land Utopia oder wie Kinder die mit dem Game Boy sich von der Umwelt abkapseln. Die Juso wie die SP haben gute Denkanstösse zu Diskussionen, aber um diese ernst nehmen und Umsetzen zu können muss man selber auch mit gutem Beispiel vorangehen, z.b. Wer den Ausbau der Bahnen fordert und CO2 Emissionen senken will, sollte auch auf das Auto und die Ferien in Ägypten verzichten. Ich kann die SP nun mal nicht ernst nehmen wenn mitglieder in einer günstigen Altbauwohnung wohnen und wegen dem doppelt so teuren Preis nicht in eine Minenergie Wohnung umziehen aber für die Sanierung von Altbauten werben. Wegen einer gewissen Frau Wyss und anderen SP Vertreter kann mir das auch niemand übel nehmen das ich leider nicht der SP meine Stimme geben kann. Mich wundert es nicht wenn die Bevölkerung für die SP mit ihren heuchlerischen Vertreter nur noch ein Lächeln übrig hat. Billiger Wohnen im Raum Zürich ist mit der massiven Zuwanderung und Minenergie Standard schwierig zu vereinbaren.