Eine bessere Welt für wen?

Bereits zum 40. Mal treffen sich dieses Jahr Manager der grössten Multis, Spitzenpolitiker/innen und ja, auch ein paar Promis aus Funk und Fernsehen am WEF in Davos. Das selbst erklärte Ziel des Treffens ist mit dem Motto „Comitted to Improving the State of the World” nichts weniger als die Welt zu verbessern.

Man mag einwenden, die blumige PR-Sprache soll die Veranstaltung bloss in ein gutes Licht rücken und gehört schlicht zu einer finanzkräftigen Organisationen wie dem WEF dazu – die Teilnehmer/innengebühr beträgt ja nicht umsonst 20’000 Franken. Doch den WEF-Teilnehmer/-innen ist es wirklich ernst. Sie wollen die Welt verbessern. Zumindest für sich.

Sie wollen eine Welt, in der die künftigen Profite gesichert werden. Eine Welt in der sich Kapital und Waren frei bewegen können. In der Unternehmen nicht eingeschränkt durch unnötige Umweltschutz- oder Arbeitsrechts-Gesetzgebungen schalten und walten dürfen. Und in der auch von Zeit zu Zeit auf die so genannten Stakeholder Rücksicht genommen wird – damit Big Business nicht durch soziale Konflikte gefährdet wird.

Es ist klar, das WEF selber macht keine Gesetze. Dafür stärkt es die Macht der Manager. Denn die Manager haben durch das WEF Gelegenheit ihre „Verbesserung” der Welt den Medien und den anwesenden Politiker/innen näher zu bringen. Und sie haben Zeit Kontakte zu pflegen und ihre Macht-Netzwerke zu stärken. Diese Netzwerke sind es dann z.B. auch, die den Managern erlauben ihre Abzocker-Gehälter auf dem Buckel aller anderen zu beziehen.

Völlig einverstanden, liebes WEF: Die Welt muss besser werden. Aber sicher nicht nur für die Manager alleine, sondern für alle. Es dürfen nicht mehr nur einige wenige auf Kosten aller anderer profitieren. Die Welt soll sich nicht um die Profite der Multis drehen, sondern um die Bedürfnisse der Menschen. Das heisst aber auch, dass die Macht der Manager und Unternehmen gebrochen werden muss, damit das Volk weltweit mehr zu sagen hat.

Ein erster Schritt dazu wäre das WEF abzuschaffen. Oder?

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