Die Minder-Initiative löst das Abzocker-Problem nicht

Die JUSO Schweiz sammelte heute Morgen vor der Debatte über die Minder-Initiative bei den Nationalrät/-innen vor dem Bundeshaus Unterschriften für die 1:12-Initiative. Damit und mit übergrossen Sprechblasen machten sie die Parlamentarier/-innen darauf aufmerksam, dass die Minder-Initiative das Abzocker-Problem nicht löst. Es braucht griffigere Massnahmen, wie den SP-Gegenvorschlag sowie die 1:12-Initiative. Hochaufgelöste Fotos der Aktion finden sich hier zum Download.

Spätestens seit Christoph Blocher mit seinem indirekten Gegenvorschlag verhindern will, dass das Volk über die Minder-Initiative abstimmen darf, wird in der Debatte nicht mehr über Inhalte gesprochen. Dabei rückt völlig in Vergessenheit, dass Minder mit seiner Initiative vor allem eins will: Die Macht der Aktionär/-innen stärken.

Cédric Wermuth, Präsident der JUSO Schweiz: „Das ist schön und gut, wird aber nichts an der Tatsache ändern, dass sich die Abzocker-Manager Jahr für Jahr immer mehr nehmen.” In Grossbritannien und Holland zum Beispiel haben die Aktionär/-innen bereits das Recht, über die Manager-Löhne abzustimmen. Ohne grosse Wirkung, wie verschiedene Studien zeigen: Auch dort steigen die Manager-Gehälter munter weiter.

Abzocker sind nicht bloss ein Problem des Aktienrechts. Cédric Wermuth: „Die Leidtragenden der Abzocker-Manager sind nämlich nicht die Aktionär/-innen, sondern alle anderen Arbeiternehmer/-innen.” Denn sie müssen sich mit Brosamen begnügen, weil sich die Manager — zusammen mit den Aktionär/-innen — immer mehr vom Kuchen nehmen.

Um das Abzocker-Problem zu lösen, müssen deshalb griffigere Massnahmen her. Die bringt zunächst der SP-Gegenvorschlag, der die Minder-Initiative entscheidend nachbessert und unter anderem Löhne über 1 Mio. Franken als Gewinne versteuern will. Den Abzockern wirklich einen Riegel schiebt dann die 1:12-Initiative. Sie will, dass niemand in einem Jahr weniger verdient als der bestbezahlte Manager in einem Monat. Damit werden die Abzocker-Manager gestoppt, damit die Löhne aller Arbeitnehmer/-innen wieder steigen. 

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