Mehr Selbstbestimmung und Demokratie

Auch am
Pfingstsamstag standen JUSOs aus der ganzen Schweiz auf der Strasse und setzten
sich unter anderem für mehr Demokratie ein.

Am frühen
Morgen protestierten 30 JUSO-Mitglieder gegen den Auftritt des selbsternannten
«Mähdrescher Gottes» Reinhard Bonnke. Dieser ist mit seinen polemischen
Predigten unter anderem für religiöse Ausschreitungen in Nigeria verantwortlich
und mit diversen Diktatoren aus afrikanischen Ländern verbandelt. Die JUSO
Schweiz verurteilt den Auftritt von Bonnke und kritisiert dessen Einladung des
ICF (International Christian Fellowship). Unsere Protestaktion haben wir unter
dem Motto «Gott, lass Hirne regnen!» durchgeführt. Wir wollen nicht länger
tolerieren, dass radikal evangelische Gruppierungen ihre erzkonservativen und
menschenunwürdigen Positionen weiterverbreiten. So wird in der ICF
beispielsweise gepredigt, dass Homosexualität eine Krankheit ist und
Selbstbefriedigung resp. Sex vor der Ehe als Sünde dargestellt. Wir sind der
Ansicht, dass sie mit ihrer erzkonservativen Ideologien und ihrem
Missionarsgedanken eine Gefahr für alle Menschen darstellen, welche eine
Schweiz wollen, in der jede uns jeder selbstbestimmt in Freiheit leben kann.
Mit unserer heutigen Protestaktion haben wir auf die Missstände aufmerksam
gemacht und ein Zeichen gesetzt gegen die voranschreitende Bevormundung durch
radikal christliche Gruppierungen.

Am
Nachmittag hat die JUSO Schweiz und JUSO Graubünden eine Dorfplatzkonferenz für
mehr Demokratie in St.Moritz abgehalten. Mit dieser Aktion machten wir darauf
aufmerksam, dass es höchst undemokratisch ist hinter verschlossenen Türen zu
politisieren und voranstehende Ereignisse bereits vorzudiskutieren. Genau dies
geschieht jedoch in diesen Tagen im St.Moritzer Hotel Suvretta, wo momentan die
Bilderberger tagen. Eine geheime Gruppe mit VertreterInnen aus Militär, Politik
und Wirtschaft. Die JUSO Schweiz fordert den Verzicht auf solche Geheimtreffen
und die Gründung einer internationalen Finanztransaktionssteuer, um der
Spekulation klare Grenzen zu setzen. Im Bereich der international tätigen Konzernen,
wie Néstle oder Novartis (beide CEO nehmen an der diesjährigen
Bilderberger-Konferenz teil) fordern wir eine Gerichtsbarkeit. An der heutigen
Dorfplatzkonferenz haben die TeilnehmerInnen ein Manifest mit den oben
genannten Forderungen und weiteren auf internationaler und nationaler Ebene
verabschiedet.

Alles in
Allem war der heutige JUSO-Tag sehr erfolgreich und hat uns einmal mehr
bestätigt, dass es sich lohnt auch auf der Strasse für unsere Anliegen zu
kämpfen!

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