Mindestlohn statt Working Poor

Die Top-Manager der Teppichetage haben nichts aus der Wirtschaftskrise gelernt: Weiterhin lassen sie sich von den von Kündigung, Lohnkürzung oder Lohnstagnation betroffenen Arbeitnehmenden ihre Lohnexzesse bezahlen. Sie schneiden sich Jahr für Jahr mehr vom Lohnkuchen ab, während viele Arbeitnehmende kleine Kuchenstücke erhalten und einem immer grösseren Lohndruck ausgesetzt sind. Für jede neunte erwerbstätige Person bleiben sogar nur Brosamen übrig: In der Schweiz verdienen 400’000 Menschen – insbesondere Frauen und AusländerInnen – weniger als 3800 Franken pro Monat. Das ist zu wenig, um davon leben zu können geschweige denn eine Familie zu ernähren. Viele dieser Working Poors sind trotz Arbeit von der Sozialhilfe abhängig.

Es ist deshalb höchste Zeit, dem Selbstbedienungstreiben der Manager ein Riegel zu schieben und faire Löhne für alle zu garantieren. Dafür sorgt nicht nur die 1:12-Initiative der JUSO: Gestern wurde die von der JUSO mitlancierte Mindestlohn-Initiative mit über 111’000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht, welche ein wichtiger Schritt in Richtung Lohngerechtigkeit für alle darstellt. Sie verlangt mehr Gesamtarbeitsverträge und einen Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat resp. 22 Franken pro Stunde. Das Ziel dieses existenzsichernden Mindestlohns ist klar: Es darf nicht sein, dass Menschen trotz Arbeit nicht genug verdienen, um davon leben zu können. Weiter müssen ihre Arbeitsbedingungen mittels Gesamtarbeitsverträgen gestärkt und verbessert werden – auch das fordert die Mindestlohn-Initative, die von Gewerkschaften und linken Parteien getragen wird.

Eines ist klar: Alle Menschen haben Anrecht auf ein Kuchenstück, von dem sie auch satt werden.

 

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