Widerliche Profitmacherei stoppen!

Jetzt gehts los! Heute hat die JUSO Schweiz die Unterschriftensammlung der  Spekulationsstopp-Initiative gestartet. Die Nahrungsmittelspekulation führt zu hohen Preisen und treibt damit Menschen in Hunger und Armut. An dieser widerlichen Profitmacherei darf sich die Schweiz nicht mehr beteiligen.

Mit einer Pressekonferenz und einer Kick-off-Aktion, an der über 40 JUSOs aus der ganzen Schweiz teilgenommen haben und sind wir in die Unterschriftensammlung gestartet, die uns nun ein ganzes Jahr lang begleiten wird.

Mehr Fotos der Kick-off-Aktion findest du hier.

Rede von David Roth, Präsident der JUSO Schweiz an der Lancierungs-Pressekonferenz

Wenn Millionen Menschen hungern, obwohl wir genügend Nahrungsmittel produzieren, dann haben wir ein massives Verteilungsproblem. Regulierungen und internationales Handeln sind dringend notwendig.

Die Überflutung der Börsen mit Finanzkapital hat zu hoher Preisvolatilität und Blasenbildung geführt. In keinem Bereich sind die Auswirkungen so fatal wie auf den Nahrungsmittelbörsen, insbesondere weil die Menschen den steigenden Preisen nicht ausweichen können, ohne hungern zu müssen.  Genau das machen sich die Banken zur Geschäftsstrategie: Im Wissen darum treiben sie dennoch an den Börsen die Nahrungsmittelpreise in die Höhe, um gigantische Profite zu machen. Immer mehr Menschen können sich die Nahrungsmittel nicht mehr leisten, sie hungern und werden in die Armutsfalle getrieben.

Den Gipfel des Zynismus erreichen in der Schweiz ansässige Unternehmen, wenn sie für Finanzprodukte, die auf Nahrungsmittel basieren, werben. Die Crédit Suisse empfiehlt  ihren KundInnen die Nahrungsmittelspekulation als “eine wichtige Differenzierungsstrategie”; der Glencore-Manager Chris Mahoney freute sich kürzlich über die jüngste Nahrungsmittelkrise, weil „die Dürre in den USA interessante Geschäftsmöglichkeiten bieten.” Und die UBS beschreibt Nahrungsmittelspekulation als “Der Farbtupfer in Ihrem Portfolio.”

Wer sich vergegenwärtigt, was diese Firmen mit ihrer Geschäftstätigkeit auslösen, der merkt: Es handelt sich nicht einfach um Geschäftsmöglichkeiten, es sind nicht Differenzierungsstrategien, nicht Farbtupfer, es sind keine Finanzprodukte, sondern es sind Massenvernichtungswaffen. Schweizer Unternehmen führen einen Krieg gegen die Ärmsten der Welt, ein Krieg mit Millionen von Toten – jedes Jahr.

Mit der Spekulationsstopp-Initiative können wir den Nahrungsmittelhandel effektiv regulieren. Die exzessive Spekulation wird verboten, die Preisabsicherung wird wieder möglich. Nur so können wir gewährleisten, dass es wieder reale Investitionen in die Landwirtschaft geben kann und der Hunger bekämpft wird. Es gilt die widerlichste Form der Profitmacherei zu stoppen. Dieses Ziel sollte auf der politischen Agenda ganz oben stehen.

Eine Initiative ist für eine kleine Partei wie die JUSO Schweiz eine grosse Herausforderung. Unsere Leute werden in den nächsten eineinhalb Jahren in der ganzen Schweiz, in jedem Kanton, jede Woche auf der Strasse stehen und Unterschriften sammeln. Den grossen Erfolg, den wir mit dem Zustandekommen der 1:12-Initiative hatten, möchten wir bestätigen. Dank einer starken Basis und professionellen Strukturen sind wir überzeugt, dass uns das auch gelingen wird.

Venceremos!

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