Suizide bei Queers – die Politik muss handeln!

Im Februar wurde eine Studie der Universität Zürich1 publik, welche aufzeigt, dass die Suizidgefährdung bei Homosexuellen – vor allem bei Jugendlichen – extrem hoch ist. Die JUSO Schweiz hat als Reaktion an der Delegiertenversammlung eine Resolution verabschiedet, welche die Politik zum Handeln auffordert.

Die neue Studie zeigt auf, dass 20% aller homo- oder bisexuellen Menschen bereits einen Selbstmordversuch unternommen haben und die Suizidgefahr bei jungen Homosexuellen im Alter von 16 – 20 Jahren bis fünfmal so hoch ist wie bei ihren heterosexuellen Altersgenossen.

Am 4. Mai 2013 hat die Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz die Resolution “Suizide bei Queers – die Politik muss handeln!”2 von den GaynossInnen, der Arbeitsgruppe für LGBT-Anliegen, ohne Gegenstimmen angenommen.

Die wesentlichen Forderungen der JUSO Schweiz sind:

  • Nach dem Vorbild der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich3 soll der Bund in der ganzen Schweiz dafür sorgen, dass es Anlaufstellen für LGBT-Anliegen gibt. Er soll diese ebenfalls finanzieren, damit sie mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden können.
  • Gender and Sexual Diversity (GSD) und alternative Familienmodelle müssen in der Gesellschaft – vor allem in den Schulen – als gleichwertige Lebensformen thematisiert werden.
  • Kampagnen zur Gesundheitsförderung von sexuellen Minderheiten, insbesondere zur Prävention von Selbstmord und Depression, müssen vom Bund gefördert und finanziert werden.
  • Alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität, müssen vollständige rechtliche Gleichstellung erfahren.

Politik muss tätig werden

Der Leiter der GaynossInnen, Marco Fritschi, freut sich über die geschlossene Zustimmung in der eigenen Partei. Denn all diese Forderungen sind wichtig. “Um Selbstmorde auf Grund der sexuellen Orientierung zu verhindern, muss die Gender and Sexual Diversity in der Gesellschaft vollständig akzeptiert werden”, sagt der Jungsozialist, “und dies kann nur durch Aufklärung in den Schulen, breite Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Gleichstellung aller Menschen geschehen.”

Als erste Schritte fordert er, dass der Bund schnellstmöglich schweizweit Stellen für LGBT-Anliegen schafft und finanziert und die Schulen dazu verpflichtet werden über Gender and Sexual Diversity aufzuklären.

Des Weiteren hofft er, dass andere Parteien bald diesem Beispiel folgen werden und ebenfalls entsprechende Forderungen an die Politik stellen, damit man gemeinsam für diese Anliegen kämpfen kann.


1 http://gaynossinnen.ch/files/CH%20suicide%20sex%20orient%20PIAT_1845%20print_1.pdf
2 http://juso.ch/files/130429_Suizide_bei_Queers-die_Politik_muss_handeln.pdf
3 http://www.stadt-zuerich.ch/content/prd/de/index/ueber_das_departement/medien/medienmitteilungen/2013/maerz/130321a.html

Kommentare sind geschlossen.