Menschenrechte statt FIFA-Diktatur

In zwei Tagen beginnt in Brasilien die Fussball-Weltmeisterschaft. Für die Menschen in Brasilien ist die WM ein regelrechter Albtraum: Korruption, miese Arbeitsbedingungen, Verdrängung und Armut. Für ihre Milliardengewinne wirft die FIFA und deren Chef Sepp Blatter die universellen Menschenrechte über Bord. Die JUSO Schweiz hat heute mit einem Sit-in vor dem FIFA-Hauptsitz in Zürich gegen die Missachtung der Menschenrechte rund um die Fussbal-WM protestiert. In einem offenen Brief forderten wir eine Entschädigung der Menschen in Brasilien und Katar sowie den Rücktritt von FIFA-Boss Sepp Blatter.

Bilder der Aktion

Der offene Brief:

Sehr geehrter Herr Blatter

Übermorgen, am 12. Juni, beginnt in Brasilien die Fussball-Weltmeisterschaft. Ein grosses Fest, bei dem der Fussball und Gemeinschaft in Zentrum stehen sollten. Doch leider steht etwas ganz anderes im Zentrum: die ungezähmte Gier nach immer mehr Profit. Die Verantwortung dafür tragen Sie, Herr Blattter. Die FIFA stellt sich über das Wohl der Menschen und über die Menschenrechte. Sie predigen Fairplay und Toleranz, während Sie gleichzeitig tausenden von Menschen die Lebensgrundlage wegnehmen und das brasilianische Volk auspressen. Und nicht genug: Für die nächste WM werden in Katar die Menschen bereits ausgebeutet und zu unwürdigsten Arbeitsbedingungen beschäftigt – nicht wenige starben. Die jüngsten Enthüllungen um Korruption und Vetternwirtschaft bei der Vergabe der Meisterschaft erstaunen da nicht mehr weiter.

Herr Blatter, wir fordern Sie und die FIFA auf, dieses inakzeptable, allein profitorientierte Handeln per sofort zu stoppen. Konkret fordern wir von der FIFA folgende Punkte:

  1. Sämtliche Gewinne der FIFA aus der WM in Brasilien müssen zurück an das brasilianische Volk.
  2. Es braucht faire Entschädigungen für jene Menschen, die von einer Zwangsumsiedelung betroffen waren. Ausserdem müssen die Verkaufseinschränkungen für Strassenhändler_innen aufgehoben werden und die Verkaufsausfälle vollständig entschädigt werden.
  3. Faire Löhne und Arbeitsbedingungen bei Stadion- und Infrastrukturarbeiten sowie nachträgliche und vollständige Entschädigung der Arbeiter_innen, die ausgenutzt und betrogen wurden.
  4. Ein Bekenntnis der FIFA, bei zukünftigen Weltmeisterschaften die Anliegen der Bevölkerung sowie die Menschenrechte zu achten und zu wahren.
  5. Stopp der Korruption, sowohl in der FIFA als auch bei beteiligten Partnern wie Bauunternehmungen und Sponsoren.
  6. Eine Neu-Ausschreibung der WM in Katar mit fairen und transparenten Verfahren.
  7. Eine angemessene Unternehmensform: Die FIFA ist längst kein gemeinnütziger Verein mehr. Die Milliardengewinne der letzten Jahre gehören ordentlich versteuert, wie es sich in der Schweiz gehört.

Herr Blatter, wir haben das Vertrauen in Sie schon längst verloren! Korruption und Ausbeutung gehört bei der FIFA unter Ihrer Führung an die Tagesordnung. Also machen wir uns keine Illusionen, die FIFA kann sich unter Ihrer Führung nicht verändern. Es wird Zeit, dass Sie ihren Posten endlich räumen und ihn einer Person überlassen, die wirklich für die Menschen und für den Fussball lebt.

Die FIFA steht nicht über den Menschenrechten! In der Beilage finden Sie deshalb die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, als Gedankenstütze.

Im Namen der JUSO Schweiz,

Fabian Molina (Präsident JUSO Schweiz)

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