Offener Brief an Bundesrat Berset

Bern, 15. März 2015

Der Fussball ist wichtig in der Schweiz – aber er braucht Schutz

Sehr geehrter Herr Bundesrat,

lieber Alain

Im Oktober 2014 hat der Bundesrat entschieden, acht Schweizer Traditionen, wie das Jodeln, die Basler Fasnacht oder das Uhrmacherhandwerk, als Weltkulturerbe vorzuschlagen. In den nächsten Jahren soll die UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) darüber befinden, ob sie die berühmten Schweizer Vorschläge in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes aufnimmt und damit unter speziellen Schutz stellt.

Auch der Fussball hat in der Schweiz eine lange Tradition. Neben dem Profi-Fussball sind vor allem die unzähligen lokalen Vereine eine Bereicherung für das kulturelle Leben und ein wichtiges Mittel zur gesellschaftlichen Integration. Auch der Weltfussballverband hat seinen Sitz in der Schweiz und wird mit Sepp Blatter von einem Schweizer geführt. Und hier liegt das Problem: Durch unzählige Korruptionsaffären und einer FIFA-Politik, die einzig dem Profit verpflichtet ist, hat der Fussball massiven Schaden genommen. Durch die Vergabe der nächsten Fussballweltmeisterschaften an Russland und Katar droht die nächste Katastrophe. Bereits jetzt sind unzählige Menschenrechtsverletzungen und unannehmbare Durchführungsbedingungen bekannt. Mit einer Petition haben wir gemeinsam mit anderen Organisationen im Vorfeld der WM in Brasilien bereits auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht. Wenn es so weitergeht, verliert der Fussball weiter an Rückhalt, verkommt zum Elitesport und verliert womöglich seine friedliche und integrative Kraft. Das müssen wir verhindern!

Wir schlagen deshalb vor, die Liste der schützenswerten immateriellen Kulturgütern zuhanden der UNESCO um eine Tradition zu verlängern und auch den Fussball als Weltkulturerbe vorzuschlagen. Die Schweiz als Hauptsitz des Weltfussballverbandes FIFA würde damit eine grosse Verantwortung wahrnehmen und sich international für den Schutz des Fussballs und gegen Profitinteressen stark machen.

Im Namen der JUSO Schweiz danke ich dir für die Prüfung unseres Vorschlags und verbleibe mit den besten Grüssen,

Fabian Molina
Präsident JUSO Schweiz

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