Starkes Zeichen für mehr Rechte und besseren Schutz für Lernende

Heute Nachmittag übergab die JUSO Schweiz 16’256 Unterschriften für eine Petition, die mehr Rechte und besseren Schutz für Lernende fordert, an Nationalratspräsident Stéphane Rossini. Die Politik ist nun gefordert, die Probleme in der Berufslehre nicht länger zu ignorieren.

Im April startete die JUSO Schweiz ihre nationale Kampagne „Fight for your rights!“ mit dem Ziel mehr Rechte und bessere Schutz für Lernende zu erkämpfen. Dies ist dringend notwendig, denn jeder vierte Lernende ist gemäss einer Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz von September 2015 mit der Lehre unzufrieden. Auf einer Skala von 1 bis 6 erhalten die Lehrbetriebe von ihren Stiftinnen und Stiften im Schnitt nur gerade die Noten 4,3 (Männer) respektive 4,2 (Frauen). Gemäss einer Studie der Unia aus dem Jahr 2014 werden 57 Prozent der Lernenden verbotenerweise regelmässig am Arbeitsplatz alleine gelassen. Und über die Hälfte der Lernenden müssen mindestens einmal im Monat Überstunden leisten. Das verwundert kaum: 55 Prozent der Lernenden haben noch nie eine Kontrolle durch die zuständigen Berufsbildungsämter erlebt.

„Die Lehre ist heute kein Garant mehr für eine gute Zukunft. Das darf nicht sein! Mit unserer Kampagne und der Petition haben wir den Druck auf die Politik erhöht, endlich zu handeln“, erklärt JUSO-Präsident Fabian Molina.

Seit Beginn der Kampagne sind nicht nur unzählige Lernende der JUSO beigetreten, die sich an zahlreichen Aktionen für ihre Rechte wehrten, auch wurden von Seiten der Wirtschaftsverbände erstmals gewisse Missstände eingeräumt. Die 16’256 Unterschriften für die Petition machen deutlich, dass die Politik das Problem der schleichenden Abwertung der Lehre durch schlechte Arbeitsbedingungen und tiefe Löhne nicht weiter ignorieren darf. Mit Vorstössen auf Bundesebene und den kantonalen Parlamenten wird die JUSO nun nachlegen und alles daran setzen, um dem Druck der 16’256 Unterzeichnenden sowie zahlloser junger Arbeitender zum Durchbruch zu verhelfen.

Bilder der Übergabe finden Sie hier.

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