#1: 25-Stunden-Woche

Leben wir, um zu arbeiten oder arbeiten wir, um zu leben? Das ist hier die Frage.

Der nächste grosse Kampf zwischen den Klassen wird sich auf dem Feld der Arbeitszeit abspielen. Es wird richtungsweisend sein, ob Profit oder Bedürfnis im Zentrum unserer Wirtschaft stehen soll. Wir müssen in diesem Kampf in die Offensive gehen. Wir müssen aufzeigen, wie eine Arbeitszeitflexibilisierung einzig in die Hände der Mächtigen spielt. Wir müssen dafür kämpfen, dass die steigende Profitrate in die Hände der bezahlt und unbezahlt arbeitenden Bevölkerung geht statt zu den Superreichen.

Wir werden in unserer Gesellschaft immer wie produktiver. Maschinen nehmen uns mühselige Arbeit ab, Automatisierungen beschleunigt Prozesse, Computer erleichtern unser Leben. Die Digitalisierung ist bereits seit Jahren eine Realität. Doch wohin geht der erwirtschaftete Mehrwert? Wer profitiert davon? Wem kommt das zugute?

Für uns ist klar: Der zusätzliche Mehrwert muss der ganzen Gesellschaft zugutekommen. Es kann nicht sein, dass Arbeitsplätze verschwinden, die Burnout-Rate ständig steigt und Menschen immer gestresster sind auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Reichen immer reicher werden.

Dennoch fordern bürgerliche und angeblich nicht so bürgerliche Politiker längere und vor allem flexiblere Arbeitszeiten. Das ergibt gesamtgesellschaftlich gesehen überhaupt keinen Sinn  und ist nur ein Vehikel, um die Menschen unter noch stärkeren Konkurrenzdruck untereinander zu setzen.

Das Spiel ist einfach: Wenn die Arbeitsstellen verknappt werden, dann ist man auch bereit für weniger zu arbeiten. Ganz nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Profitieren werden allem die Reichen. Alle anderen verlieren.

 

Linke in die Offensive!

Die Linke muss in dieser Diskussion in die Offensive. Wir wollen eine Gesellschaft, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht am Profit einiger Weniger. Um unsere Bedürfnisse zu decken, reichen 25 Stunden pro Woche. Wieso also länger für den Profit Anderer arbeiten? Und wieso repetitive Arbeit übernehmen, wenn das eine Maschine für mich machen kann?

Weiter ermöglicht eine Senkung der Normalarbeitszeit endlich  in Bezug auf die unbezahlte Care-Arbeit eine Gleichstellung der Geschlechter, denn so kann die Arbeit auch besser organisiert werden. Zudem werden die Kosten im Gesundheits- und Vorsorgebereich massiv gesenkt und die Qualität verbessert.

Für mehr Lebensqualität statt Stress und Druck. Für sinnstiftende Arbeit für alle, statt stupidem Konkurrenzkampf.

Konsequent. Feministisch. Für die 99%.

 

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