Initiative für Ernährungssouveränität

Oft wird die Ernährung und damit verbunden die Lebensmittelproduktion politisch vernachlässigt. Dabei verursacht die Produktionsweise auf der ganzen Welt Armut und Konflikte. Unsere Lebensweise basiert auf der Ausbeutung des globalen Südens und der Externalisierung der Kosten unserer Lebensweise.

Die Initiative für Ernährungssouveränität möchte auf Verfassungsstufe lokale landwirtschaftliche Kreisläufe, ein Verbot von Gentechnik, faire Arbeitsbedingungen und das Recht auf Selbstbestimmung im Nahrungsmittelbereich festschreiben.

Gerade der letzte Punkt erscheint uns als besonders wichtig. Denn wir müssen die Kontrolle über die Ernährung zurückerlangen. Die JUSO setzt sich für eine Demokratisierung aller Lebensbereiche ein. Und dazu gehört eben auch eine Demokratisierung des Ernährungssystems. Die Ernährung muss wie Bildung, Energie etc. als ein öffentliches Gut betrachtet werden.

Wir wollen miteinander entscheiden, ob wir mit Konzernfusionen einverstanden sind, ob es legitim ist, dass wir ausländische Arbeiter*innen hier bei uns zu schlechtesten Arbeitsbedingungen auf dem Feld arbeiten lassen und ob wir wirklich gentechnisch veränderte Produkte wollen.

Ein wichtiger Punkt ist auch, dass die Initiative nicht nur für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in der Schweiz einsteht, sondern eben in der ganzen Welt. Denn die unbegrenzte Liberalisierung des landwirtschaftlichen Handels bringt viel Schaden, sowohl im Süden als auch im Norden. Jedes Land soll selber über seine Landwirtschafts- und Ernährungspolitik bestimmen können.

Mit der Initiative für Ernährungssouveränität ist zwar noch nicht alles getan, denn die Schweiz ist ein kleines Land und kann nicht alleine die Produktion auf der ganzen Welt verändern – sie ist jedoch ein wichtiger Schritt in Richtung einer ökologischeren und solidarischeren Schweiz und kann unterstützend wirken für ähnliche Initiativen weltweit. Deshalb heisst es am 23. September: JA zur Ernährungssouveränität!

Veranstaltungen zur Initiative:
Podiumsdiskussion zur Ernährungssouveränität
Dienstag, 21. August 2018, 19.30 Uhr
mit Balthasar Glättli (Grüne), Eva Gelinsky (Semnar), Christine Badertscher (Swissaid), Beat Flach (grünliberale), Alois Huber (Bauernverband Aargau) und Moderation Fabian Hägler (az)
Naturama(Mühlbergsaal), Feerstrasse 17, Aarau
Kampagnensitzung Deutschschweiz
Mittwoch, 22. August 2018, 19.30 Uhr 
Bioland, Tannwaldstrasse 44, Olten
Film- und Diskussionsabend: Ernährungssouveränität in der Stadt
Mittwoch, 29. August 2018, 19.00 Uhr
Dokumentarfilm «Edible City»(2012) über die Ernährungsbewegung in der San Francisco Bay, zeigt was Ernährungssouveränität in der Stadt bedeuten könnte.
Neues Kino, Klybeckstrasse 247, Basel
Öffentliches Streitgespräch: Mehr Fairplay bei der Ernährung?
Mittwoch, 5. September 2018, 20.00 Uhr
Intro: Martin Neukom (Kantonsrat Grüne) Pro:Renate Dürr (Gemeinderätin Grüne), Balthasar Glättli (Nationalrat Grüne), Fabian Molina (Nationalrat SP) Contra: Martin Farner (Kantonsrat FDP), Regine Sauter (Nationalrätin FDP), Moderation: Jakob Bächtold (Landbote, Stv. Chefredaktor), anschliessend Apéro.
Alte Kaserne, Winterthur
Podium Ernährungssouveränität: Welche Landwirtschaft wollen wir?
Freitag, 14. September 2018, 18.30 Uhr
Diskussion mit Rudi Berli (Uniterre), Christine Badertscher (Swissaid), Mauro Ryser (Bundesamt für Landwirtschaft) und Fritz Sahli (Biohof Schüpfenried). Musik mit Pink Pedrazzi & Mike Bischof und Essen von Küchenchef Thomas Bodack.
Ernährungssouveränität und fairer Handel in der Schweiz
Mittwoch, 19. September 2018, 20:00 – 21:30 Uhr
Diskussion mit den prominenten Experten Olivier de Schutter (ehemaliger UN Special Rapporteur on the Right to Food), mit Rudi Berli (Uniterre), Markus Ritter (Schweizer Bauernverband).
Kongresszentrum Kreuz, Zeughausgasse 41, Bern

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