Stoppen wir die Ausbeutung des Globalen Südens!

Von Pauline Schneider, Vize-Präsidentin der JUSO Schweiz

In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die aufgrund von Sozial- und Klimakrisen fliehen mussten, viel zu schnell gestiegen. Sie ist viel zu schnell gestiegen, um sie nicht als globale Krise zu anzuerkennen. Es ist Zeit, die Ursache für diese Katastrophen zu bennen: das kapitalistische System und mit ihm die Ausbeutung des Globalen Südens.

Das kapitalistische System, das ständig nach noch mehr Profit für die Reichsten strebt, hatte immer (erfolgreich) zum Ziel, verschiedene Länder und soziale Klassen auszubeuten. Ohne ausser Acht zu lassen, dass auch die Arbeiter*innen in der Schweiz ausgebeutet werden, sollten wir auch die Ausbeutung des Globalen Südens, etwa die Ausbeutung der Frauen* in der unbezahlten Care-Arbeit oder der klassischen Arbeiter*innen in dieser Erdregion in unsere Überlegungen miteinbeziehen.

Der Globale Süden wurde und wird von den Ländern des Nordens als Reservebecken für billige Arbeitskräfte und weiterer Investitionsraum instrumentalisiert und genutzt. Offensichtlich mit dem Ergebnis, dass sich die kapitalistischen Mächte noch weiter bereichern können und die Länder des Südens und ihre Bevölkerung verarmen. In der Schweiz, mit ihrem bedeutenden Finanzplatz, müssen endlich Massnahmen ergriffen werden. Heute emittiert der Finanzplatz aufgrund seiner Investitionen in Unternehmensprojekte mit fossilen Brennstoffen zweiundzwanzigmal mehr Treibhausgase als die Schweiz selber, damit stellt er einen wichtigen Hebel dar.

Darüber hinaus sind multinationale Konzerne mit Sitz in der Schweiz für Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt verantwortlich. Es ist höchste Zeit, dass diese Konzerne strenger kontrolliert werden und auch Sanktionen verhängt werden.

Die Ausbeutung des Globalen Südens ist auch mit Untersdrückungsstrukturen verbunden, die bekannt sind und immer noch bestehen – auch hier spielen Patriarchat, Rassismus und Sexismus. Die Ausbeutung von Frauen* zum Beispiel über die von ihnen geleistete Care-Arbeit oder die Lebensrealitäten von Geflüchteten werden oft ignoriert oder kleingeredet, was institutionalisiertem Sexismus und strukturellem Rassismus Tür und Tor öffnet. So können rechtsnationalistische Bewegungen sexistische und rassistische Forderungen aufstellen, ohne in der breiten Öffentlichkeit die Rechnung dafür zu kassieren. Der Kampf gegen die Ausbeutung des Globalen Südens ist damit ein Kampf gegen den Kapitalismus und auch ein Kampf gegen Rassismus und Sexismus.

Deshalb müssen wir alle ohne Wenn und Aber mit einer konsequent linken Politik antworten. Wir müssen weiterhin für eine gerechtere Verteilung des Reichtums und für die Überwindung des kapitalistischen Systems kämpfen. Für ein Ende der Ausbeutung der Arbeiter*innen auf der ganzen Welt!

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