Stellungnahme: Selbstanzündung aus Protest an Berner Asyl-Demo

An der #StoppIsolation-Demonstration heute in Bern hat sich eine Person aus Protest gegen das Asylregime selbst angezündet. Die JUSO Schweiz ist entsetzt ab der Szene, die sich mitten in Bern vor dem Bundeshaus abspielte. Wir leben in einem Land mit einem Asylregime, das Menschen zu Verzweiflungstaten zwingt, die ihr Leben gefährden. Die Situation von Asylsuchenden in der Schweiz und gerade auch im Kanton Bern ist nicht haltbar und muss sich sofort ändern.

Am Freitag hat die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern eine Medienmitteilung verschickt, in der sie Forderungen Gruppe “Stopp Isolation”, welche sich für menschliche Bedingungen für Asylsuchende einsetzt, geradezu ins Lächerliche zieht. In ihrer Medienmitteilung bezeichnet die Sicherheitsdirektion die Forderungen von “Stopp Isolation” als “undemokratisch” und “unsolidarisch”. “Eine solch ignorante Reaktion ist ein Schlag ins Gesicht von Asylsuchenden und all jener Menschen, die sich tagtäglich für ihre Rechte einsetzen”, so Nicola Siegrist, Vize-Präsident der JUSO Schweiz. Die Gruppe “Stopp Isolation” fordert etwa Arbeitsbewilligungen anstatt Nothilfe in Berner Asylzentren und auch eine Lockerung bei der Bewilligung von Härtefallgesuchen.

An der heutigen Demonstration in Bern hat sich dann dramatisch gezeigt, unter welch massiven Druck Menschen stehen, deren Asylgesuche abgelehnt wurden und denen droht, in ihr Heimatland ausgeschafft zu werden. Ein Teilnehmer der Demonstration hat sich auf dem Bundesplatz aus Protest gegen das Asylregime unerwartet selbst angezündet. Die JUSO ist ab der Vorkommnisse entsetzt, insbesondere weil die Sanitätskräfte gemäss Quellen vor Ort nicht sofort zur Hilfe geeilt sind. Die JUSO wünscht der betroffenen Person gute Genesung.
Klar ist aber: eine solche Verzweiflungstat kommt nicht von irgendwo. “Spätestens jetzt muss sich jeder Entscheidungsträger und jede Entscheidungsträgerin in diesem Land wirklich ernsthaft Gedanken darüber machen, was die rechtsbürgerliche Migrationspolitik mit den Leben von Menschen macht. Es kann doch nicht sein, dass sich Personen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, in einem Land wie der Schweiz aus Verzweiflung solche Dinge antun”, so Siegrist. Die JUSO Schweiz fordert die Behörden dazu auf, die Forderungen der Gruppe “Stopp Isolation” ernst zu nehmen, endlich die Verschlechterungen der Situation von Geflüchteten rückgängig zu machen und ihre Situation nachhaltig zu verbessern. Ausserdem müssen die Berner Behörden sofort aufklären, weshalb die Sanitätskräfte so lange gezögert haben.

Fotos

Die Fotos wurden von ‘Megafon Bern’ zur Verfügung gestellt.
Die JUSO wird keine Fotos der versuchten Selbstverbrennung verbreiten und hofft, dass die Medienschaffenden ebenfalls darauf verzichten.

 

Weitere Auskünfte:
  • Nicola Siegrist, Vize-Präsident JUSO Schweiz, 078 944 01 00
  • Barbara Keller, Geschäftsleitung JUSO Schweiz, 079 786 15 71

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