Autor-Archiv für Clément Borgeaud

Aufruf: der Bundesrat muss alle nicht notwendigen wirtschaftlichen Aktivitäten stoppen!

Die Corona-Epidemie entwickelt sich in der Schweiz weiter exponentiell. Die Zahlen zeigen, dass die Ausbreitung des Virus in den letzten Tagen dramatisch zugenommen hat. Wir können jetzt noch die nötigen Massnahmen ergreifen, um eine ähnliche Katastrophe abzuwenden: Der Bundesrat muss einen schweizweiten sofortigen Stopp aller nicht wesentlichen und nicht dringenden wirtschaftlichen Aktivitäten erlassen, ausser die Arbeitenden können ihre Arbeit zuhause oder alleine an ihrem Arbeitsplatz verrichten.

In den letzten Wochen hat der Bundesrat immer wieder neue, recht zögerliche Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verringern. Dennoch deuten die aktuellen Zahlen darauf hin, dass dies nicht ausreichen wird, um die COVID-19-Pandemie einzudämmen und eine Überlastung unserer Krankenhäuser zu verhindern. Ohne eine drastische Reduktion der Neuansteckungen in den kommenden Tagen werden nicht alle Kranken die notwendige Intensivpflege erhalten können, welche sie benötigen. Dies gilt insbesondere, weil die Abbaupolitik der letzten Jahre zu einer Reduktion der Krankenhausbetten auf der Intensivstation von 5.6 pro 1000 Einwohner*innen (1998) auf heute 3.6 pro 1000 Einwohner*innen geführt hat (Daten der OECD). Die Beschäftigten im Gesundheitswesen, welche jetzt schon massiv unter Druck stehen, werden vor die Entscheidung gestellt werden, wer Pflege erhält und wer nicht.

Weitere Massnahmen müssen dringend ergriffen werden, welche die Ausbreitung des Virus entscheidend und schnell einzudämmen vermögen. Die Bundesbehörden, das BAG und der Bundesrat, empfehlen der Bevölkerung, ihre Fahrwege und die Zeit in der Öffentlichkeit auf das absolute Minimum zu beschränken – Anweisungen, welche weitgehend akzeptiert und umgesetzt werden. Hunderttausende von Menschen arbeiten jedoch weiterhin in nicht zwingend notwendigen, nicht prioritären und nicht dringenden Sektoren, insbesondere in der Industrie und im Baugewerbe. Die Ansammlung der Arbeitenden am Arbeitsplatz, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für den Arbeitsweg und Kinderbetreuung in geöffneten Institutionen oder bei Verwandten tragen weiter zur Verbreitung des Virus bei. Zudem werden die vom BAG empfohlenen Vorsichtsmassnahmen (Abstandhalten, Masken, Desinfektionsmittel, etc.) nicht immer umgesetzt oder können in der Praxis gar nicht umgesetzt werden, weder in Unternehmen, welche für die Grundversorgung relevant sind, noch in nicht essenziellen Sektoren.

Um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen und die Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung und ihrer Familien zu schützen, dürften unter diesen Bedingungen nur die zwingend notwendigen Wirtschaftssektoren weiterlaufen. Diese Massnahme, die eine wirkliche Eindämmung ermöglichen soll, würde natürlich nicht diejenigen Arbeitnehmenden betreffen, die ihren Beruf aus der Distanz ausüben (Home-Office) oder ihre Tätigkeiten allein, ohne physischen Kontakt zu Kolleginnen oder Kunden, erledigen können.

Der Staatsrat des Kantons Tessin – weltweit eine der Regionen mit der höchsten Anzahl positiv Getesteten pro Kopf – hat am 21. März die Schliessung von nicht wesentlichen kommerziellen und produktiven Betrieben angeordnet. Die bisher ergriffenen Massnahmen reichten nicht aus. Der Bundesrat hat an seiner Pressekonferenz vom 27. März zwar bekanntgegeben, dass die Kantone solche strengeren Massnahmen jetzt neu erlassen dürfen, jedoch sind sie nicht obligatorisch für die Kantone.

Um die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz entscheidend und schnell einzudämmen, fordern wir den Bundesrat deshalb auf:

– schweizweit einen sofortigen Stopp aller nicht wesentlichen und nicht dringenden wirtschaftlichen Aktivitäten zu erlassen, ausser die Arbeitenden können ihre Arbeit zuhause oder alleine an ihrem Arbeitsplatz verrichten.

– die Arbeitsinspektorate und die Gewerkschaftsrechte massiv zu stärken;

– den vollen Schutz der Einkommen von Arbeitenden, deren Arbeit unterbrochen wird, zu gewährleisten (Notfalls mit Bundesmitteln).

– Wir fordern zusätzlich von den kantonalen Regierungen, dass sie diese Massnahmen umsetzen, solange dies in ihrer Kompetenz liegt und der Bundesrat dies nicht macht.

Hier kannst du den Aufruf mitunterzeichnen!

Erstunterzeichnende:

Ronja Jansen, Präsidentin JUSO Schweiz – Baselland
Lisa Mazzone, Ständerätin Grüne – Genf
Stéfanie Prezioso, Nationalrätin, Ensemble à Gauche – Genf
Franco Cavalli, Medizinprofessor und alt-Nationalrat – Tessin
Valérie Borloz, Gewerkschaftssekretärin Gewerkschaftsbund – Waadt
Christian Dandrès, Nationalrat SP – Genf
Christophe Clivaz, Nationalrat Grüne – Wallis

#staythefuckhome ist ein fucking Privileg!

Solange Menschen noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit gehen müssen, solange sie dort nicht genügend vor einer Ansteckung geschützt werden – solange werden Profite noch vor Menschenleben gestellt. Nein zu totalen Ausgangssperren, aber ja zu einem Shutdown in den nicht lebensnotwendigen Branchen! Artikel ansehen

Wir suchen eine neue Person für unser Vize-Zentralsekretariat!

Clément Borgeaud tritt nach zweieinhalb Jahren nun bald von seinem Amt in der Geschäftsleitung der JUSO Schweiz zurück. Deswegen sind wir auf der Suche nach einer*m neue*n Vize-Zentralsekretär*in ab dem 8. Juni 2020. Die Anstellung ist unbefristet und auf 50 Stellenprozente angesetzt. Zum Aufgabenbereich der*des V-ZS gehören die administrative Verwaltung der Partei, die Organisation der diversen Veranstaltungen, das Führen von politischen Kampagnen. Hier findest du die detailliertere Stellenausschreibung.

Achtung: Über die Besetzung dieser Stelle entscheidet am Ende die Basis der JUSO Schweiz an ihrer Delegiertenversammlung vom 6. Juni 2020.

 

Mit Solidarität gegen den Coronavirus!

Das Coronavirus (COVID-19) trifft auch die Schweiz stärker als gedacht. Die täglich ändernden Massnahmen und Prognosen verunsichern viele von uns. Deshalb ist es wichtig, dass wir zusammenhalten und mit gegenseitiger Solidarität durch diese Krise kommen!

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt besonders gefährdeten Menschen* Orte mit vielen Menschen möglichst zu meiden. Das bedeutet, dass sie teilweise einfach zu Hause bleiben sollten. Deshalb fordern wir jene Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, dazu auf, ihre Solidarität zu zeigen.

Druckt folgenden Brief aus, hängt ihn in eurer Nachbarschaft auf oder verteilt ihn in Briefkästen! Ihr findet den Brief und Empfehlungen dazu auf: solidarity-now.ch

Freihandelsbakommen mit Indonesien: eine neue Absurdität für die Profite des reichsten Prozentes

Am 27. Januar ergriff ein breites Bündnis (einschliesslich der JUSO) das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Obwohl für viele die Sache nach dem Entscheid des Parlamentes im Dezember gelaufen schien, wollen wir dieses absurde Abkommen vor die Urne bringen. Wieso wollen wir das? Freihandelsabkommen mit Indonesien: Eine neue Absurdität für die Profite des einen Prozentes. Die JUSO hat gemeinsam mit einem breiten Bündnis am 27. Januar das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien angekündigt. Nachdem die Eidgenössischen Räte diesem im Dezember zugestimmt hatten, schien die Sache für viele gelaufen. Doch wir wollen dieses Abkommen vor die Urne bringen. Aus welchen Gründen wir das tun, erfährst du hier. Artikel ansehen

Das Zentralsekretariat sucht Verstärkung

Wir suchen ein*e Praktikant*in ab 24. Februar 2020, oder nach Vereinbarung für 3-6 Monate mit Pensum 60%. Das Praktikum unterstützt das Zentralsekretariat bei Kampagnen und administrativen Arbeiten. Bewerben kannst du dich bis zum 3. Februar 2020. Du findest hier die Stellenausschreibung.

 

Der Aufstand der Ewiggestrigen

Am 9. Februar ist Abstimmungssonntag. Dieses Mal wird über eine Vorlage abgestimmt, welche besonders LGBTQ1-Menschen betrifft: die Erweiterung der Diskriminierungsstrafnorm. Künftig soll es verboten sein, Menschen aufgrund der sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Die Ewiggestrigen proben dagegen den Aufstand. Artikel ansehen

Bock auf Sex?

Von Barbara Keller, Geschäftsleitung der JUSO Schweiz

Unser Leben ist voller Vorschriften. Nicht all diese Vorschriften umfassen formelle Gesetze, viele sind einfach informelle Verhaltensweisen, die uns von klein auf antrainiert werden. Was passiert, wenn wir uns nicht daranhalten? Dann werden wir von der Gesellschaft bestraft: Wir werden bestraft indem wir gemieden werden, indem wir ausgeschlossen werden, indem man uns komisch anschaut oder die Leute über uns sprechen. Artikel ansehen

Stoppen wir die Ausbeutung des Globalen Südens!

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In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die aufgrund von Sozial- und Klimakrisen fliehen mussten, viel zu schnell gestiegen. Sie ist viel zu schnell gestiegen, um sie nicht als globale Krise zu anzuerkennen. Es ist Zeit, die Ursache für diese Katastrophen zu bennen: das kapitalistische System und mit ihm die Ausbeutung des Globalen Südens. Artikel ansehen