Die Zerschlagung des Service Public wird Menschen töten

Ein Blogtext von Pascal Pajic, Geschäftsleitungsmitglied der JUSO Schweiz

Schon seit Jahren bekommen wir sie zu spüren, national wie auch international: die rechte Hetze. Rechte Politiker*innen hetzen gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt, gegen alles, was «fremd» oder «ausländisch» ist, gegen alles, was das kleinkarierte Schrebergartendenken stört. Sie nehmen dabei kein Blatt vor den Mund und wettern um die Wette, dabei wird gedroht, beleidigt und das Niveau wird so tief unter die Gürtellinie getreten, dass es schmerzt. Artikel ansehen

Gewalt an trans Frauen*: «Ey, guck, da is ne Transe.»

Den Satz hat jede trans Frau* in ihrem Leben mindestens zehnmal gehört. In dem Satz steckt viel Abschaum: Das ganze Spektrum von Ablehnung, über unbefriedbare Neugierde bis hin zur Lust an der objektivierten Person gemischt mit einer Prise Privilegiertheitsdenken. Artikel ansehen

Frauen*rechte sind Menschenrechte!

Ein Blogbeitrag von Nadia Kuhn, Co-Präsidentin JUSO Zürich Oberland

„Ich kann das mit eurem scheiss Feminismus echt nicht mehr hören! Frauen* haben genau die gleichen Rechte wie Männer*. Jetzt gebt euch doch endlich mal zufrieden und seid still!“

Wir diskutieren im Deutschunterricht über Machtstrukturen in unserer Gesellschaft. Verschiedene Schüler*innen melden sich und erzählen von übergriffigen Situationen, die sie erlebt haben. Und dann dieser gebrüllte Satz meines Klassenkollegen, mit dem er uns in unsere Schranken weisst, uns den Mund verbietet und uns sämtliche unserer Erfahrungen abspricht. Eine Freundin wird später sagen, sie wolle sich nie mehr in der Klasse äussern. Artikel ansehen

Arbeitskampf in der Gig-Economy

Neue Formen der Beschäftigung erfordern neue Mittel der Organisierung. Von Beni Stückelberger

Stell dir vor, du möchtest die Belegschaft eines Betriebes organisieren, aber von den Arbeiter*innen kennt sich gegenseitig niemand. Genauso ist es uns ergangen, genauso ergeht es tausenden von Menschen in der Gig-Economy (der Begriff beschreibt eine neue Art der Wirtschaft, in der kleine Aufträge an eine Vielzahl von unabhängigen Freelancer*innen vergeben werden). Artikel ansehen

Rentenreform: weiteres Vorgehen

Wie ist das Abstimmungsergebnis aus Ihrer Sicht zu interpretieren?

Die Zahlen zeigen es klar: Die Schweizer Bevölkerung sagt «Nein» zur Erhöhung des Rentenalters und «Nein» zur Senkung des Umwandlungssatzes. Dies entspricht auch den Resultaten aus früheren Abstimmungen und ist somit auch nicht weiter überraschend.

Ausschlaggebend, und daher hier besonders wichtig zu erwähnen, war das eklatante «Nein» der Frauen*. Hätten die Frauen* 1971 das Stimmrecht nicht erkämpft, wäre die Vorlage wohl durchgekommen. Artikel ansehen

Gesellschaftlicher Wandel durch reale Utopien: Was meint eigentlich Transformation genau?

In den letzten Jahren ist ein neuer Begriff am linken Theoriehimmel aufgetaucht: die sozial-ökologische Transformation. Doch was ist damit genau gemeint? Nachfolgend soll das Konzept der Transformation kurz vorgestellt, kritisch beleuchtet und mit einigen weiterführenden Hinweisen versehen werden. Von Jonas Eggmann

 

Ursprünglich aus dem Umfeld der deutschen Rosa-Luxemburg-Stiftung – eine der Partei „Die Linke“ nahestehende politische Stiftung – stammend, ist die Transformations-Debatte mittlerweile auch in der Schweiz angekommen. So wird etwa gefordert, dass die SP Schweiz zu einer „transformatorischen Kraft“ wird bzw. einen „transformatorischen Aufbruch“ wagt.[i] Auch innerhalb der JUSO wird der Begriff der Transformation verwendet, z.B. in den verabschiedeten Thesen zum bürgerlichen Staat. Artikel ansehen

Digitalisierung: Im Dienste des Kapitals?

Die Digitalisierung ist momentan in aller Munde. Doch die wenigsten haben eine klare Vorstellung von diesem Begriff. Aktuell wird er primär von den Neoliberalen vorgeschoben, um einen Angriff auf die Arbeiter*innenklasse zu lancieren. Ein Text von Jonas Eggmann und Lewin Lempert, Geschäftsleitungsmitglieder JUSO Schweiz

 

In der Geschichte des Kapitalismus hat es immer technologischen Fortschritt gegeben. Bereits Karl Marx und Friedrich Engels kennzeichnen den Kapitalismus als „die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung“.  So änderten sich seit der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Produktion und das gesellschaftliche Zusammenleben durch verschiedenste Entwicklungen: Die Erfindung der Dampfmaschine, des Fliessbandes, des Computers oder der Waschmaschine. Dabei sind diese Entwicklungen keine Naturgewalten, denen die Bevölkerung schutzlos ausgeliefert ist. Die Frage war damals schon und bleibt noch immer: Wer kann den Mehrwert abschöpfen, wenn das Fliessband erfunden wird? Oder auch: Führt die Etablierung des Computers und der dadurch entstehende Produktivitätsfortschritt zu steigenden Löhnen für alle? Und die aktuelle Frage ist: Wer profitiert von der Digitalisierung? Artikel ansehen

Der Wahnsinn an den Aussengrenzen Europas

Ein Erfahrungsbericht von Natalina Haller

Was sich in den letzten zwei bis drei Jahren an den Grenzen Europas abgespielt hat, ist eine der grössten Tragödien seit dem zweiten Weltkrieg. Zehntausende Geflüchtete aus dem afrikanischen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten strandeten in dieser Zeit auf den griechischen und italienischen Inseln und seit der Schliessung der Balkanroute an den Grenzen des Balkans und auf der Route selbst. Das Leid, welches die sogenannte „Flüchtlingskrise“ mit sich bringt, ist unermesslich.

Europa hat seine Position deutlich gemacht. Mit der Schliessung der Aussengrenzen haben wir sowohl die seelische als auch die physische Gesundheit der aus höchster Not geflohenen Menschen auf dem Gewissen, die Kindheit einer ganzen Generation und das Leben unzähliger Geflüchteter, die in tragischen Bootsunfällen auf dem Mittelmeer verunglückt sind.

Irgendwann konnte ich diesem Wahnsinn nicht mehr zusehen. Deshalb flog ich im Juli 2016 kurzerhand nach Thessaloniki. Aus geplanten 10 Tagen wurde schnell mein ganzer Sommer. Artikel ansehen

Für eine solidarische AHV – NEIN zur AV2020

Vor 99 Jahren sind die Menschen in der Schweiz auf die Strasse gegangen. Sie haben damals die Grundlagen für das gesetzt, was als die grösste Errungenschaft der Schweizer Linken in die Geschichte eingehen sollte. Bis ihr Kampf für eine solidarische Altersvorsorge vollendet und  die AHV endgültig eingeführt wurde, sollte es dann bis ins Jahr 1947 dauern. Unter sozialdemokratischer Führung wurde die Altersvorsorge in den darauffolgenden Jahren ausgebaut und gegen die Angriffe von den Rechten verteidigt. Artikel ansehen

Die Linke und der Staat

Was hat die Linke für ein Verhältnis zum Staat? Ist das Konstrukt Staat per se bürgerlich? Muss der “bürgerliche“ Staat zerschlagen werden? Wie vertragen sich Demokratie und Staat? An der kommenden Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz vom 1. Juli beschäftigen wir uns mit diesen und weiteren Fragen. An dieser Stelle wird auf das Positionspapier der Geschäftsleitung „10 Thesen zum Staat“ eingegangen. Von Lewin Lempert

Der Staat hinterlässt – wie wir ihn als Linke auf den ersten Blick wahrnehmen – oft einen eher bitteren Nachgeschmack. Die Polizei hat mal wieder einen ihrer unverhältnismässigen Einsätze an der Reitschule in Bern durchgeführt, die bürgerliche Mehrheit im Parlament lässt die Bevölkerung überwachen und will Kampfjets für 14 Milliarden Franken kaufen. Man denkt dabei zu Recht: Dieses System will ich nicht. Artikel ansehen